Notfallverhütung
Die Abgabe der Notfallverhütung zählt zu den wichtigsten und sensibelsten Apothekendienstleistungen. eviflow unterstützt Apothekenteams dabei, Kundinnen in einer oft verunsichernden Situation diskret und auf hohem fachlichem Niveau zu beraten.
Entstanden aus dem Forschungsprojekt pharMe
eviflow baut auf dem Forschungsprojekt pharMe auf, das an der Universität Basel entwickelt und in Schweizer Apotheken pilotiert wurde. Ziel des Projekts war es, den Zugang zur Notfallverhütung zu fördern und eine einheitliche, qualitativ hochwertige Beratung zu ermöglichen.
Für seine Innovationskraft wurde pharMe am Schweizer Apothekerkongress 2025 mit dem Innovations Award ausgezeichnet.
Die Implementierung von pharMe wurde wissenschaftlich untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich der digitale Beratungsansatz erfolgreich in den Apothekenalltag integrieren lässt und von Kundinnen als einfach, diskret und vertrauenswürdig wahrgenommen wird.
Notfallverhütung im gesundheitspolitischen Fokus
Die Abgabe der Notfallverhütung steht seit mehreren Jahren im Fokus fachlicher und gesundheitspolitischer Diskussionen. Im Zentrum stehen der niederschwellige Zugang, die Selbstbestimmung von Frauen sowie die Sicherstellung einer nicht-wertenden und qualitativ hochwertigen Beratung.
In Kundinnenumfragen wurde fehlende Diskretion als grösste Hürde beim Zugang zur Notfallverhütung genannt. eviflow ermöglicht Kundinnen, sensible Informationen vor dem Beratungsgespräch digital und diskret zu erfassen. Dadurch wird die Privatsphäre gestärkt und gleichzeitig die Grundlage für eine strukturierte, evidenzbasierte Beratung geschaffen, welche Frauen bei der Wahl der wirksamsten und sichersten Notfallverhütung unterstützt.
Basierend auf aktuellen Empfehlungen
Der Beratungs-Flow basiert auf den aktuellen IENK-Empfehlungen sowie den Empfehlungen des College of Sexual and Reproductive Healthcare (CoSRH). Mit der umfassenden Aktualisierung der IENK-Empfehlungen im Sommer 2026 gewinnt eviflow zusätzlich an Bedeutung. Die Neuerungen sind direkt in den Beratungsprozess integriert und unterstützen Apothekenteams bei ihrer praktischen Umsetzung.
Zur Autorin
Neben ihrer Tätigkeit bei Qualitheke GmbH und in einer 24-Stunden-Apotheke in Basel engagiert sich Esther in Lehre und Forschung an den Pharmazeutischen Wissenschaften der Universität Basel mit Schwerpunkt Notfallverhütung. Sie ist Vorstandsmitglied der Interprofessionellen Expert:innengruppe Notfallkontrazeption (IENK) sowie Mitglied des Boards des European Consortium for Emergency Contraception (ECEC).
Ihre wissenschaftliche und praktische Expertise bildet die Grundlage für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Inhalte.
Danksagung
Die Entwicklung dieses Beratungs-Flows wäre ohne die Unterstützung zahlreicher Personen und Organisationen nicht möglich gewesen.
Ein herzlicher Dank gilt der Interprofessionellen Expert:innengruppe Notfallkontrazeption (IENK) für die langjährige Zusammenarbeit sowie die Erlaubnis, die aktuellen Empfehlungen als Grundlage für eviflow zu nutzen.
Für die fachliche Durchsicht der italienischen Version danken wir Mara Dal Mas, Beraterin für sexuelle Gesundheit im Tessin.
Ebenso danken wir den Masterstudentinnen Audrey, Aline, Lia, Claudia, Jasmin und Sabrina für ihr wertvolles Mitwirken am Forschungsprojekt pharMe und ihren Beitrag zur Entwicklung von eviflow.
Ein besonderer Dank gilt schliesslich allen Apotheken, die eviflow oder eine frühere Version des Projekts im Praxisalltag getestet haben. Ihr Vertrauen, ihre Zeit und ihre wertvollen Rückmeldungen haben die Weiterentwicklung entscheidend geprägt.